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Die Legende von den heiligen drei Königen.

(In zwölf Romanzen - von Gustav Schwab)




Karin Rohner - Liebe-Lose-Gedichte.de/Krippenbild

2.  Romanze

Wie der Stern erschien. 

 


1. Romanze
Wie auf einen Berg im Morgenlande zwölf Sternseher gesetzt wurden.

 2. Romanze
Wie der Stern erschien.
 3. Romanze
Wie drei Könige sich aufmachten, dem Sterne zu folgen.
 4.Romanze
Wie die Könige fuhren.
 5. Romanze
Wie die Könige zusammen kamen.
 6. Romanze
Wie die Könige in Jerusalem einzogen und zu Herodes kamen.
 7. Romanze
Was den Königen auf ihrer Fahrt nach Bethlehem begegnete.
 8. Romanze
Wie die Könige zu Bethlehem das Kind Jesus fanden und es anbeteten.
 9. Romanze
Wie Joseph mit der Jungfrau und dem Kinde floh.
 10. Romanze
Wie Herodes die Kindlein in Bethlehem ermorden ließ.
 11. Romanze
Wie die Könige nach Hause kamen und was weiter geschah.
 12. Romanze
Wie die Könige Abendmahl hielten und starben.

Adventskalender




  So gingen viele zu den Sternen,
die sahen den Verheiß'nen nicht,
und andre stiegen auf, zu lernen,
von wannen schiene doch sein Licht.
   Und diese schieden auch im Glauben
und starben hin in Hoffnungslust:
Kein Zweifel kam, den Stern zu rauben,
in die erhellte Heidenbrust.

   Und Zwölfe bliebens ihrer immer.
Sie harrten aus im Glanz der Nacht.
Sie schliefen bei des Tages Schimmer,
von Sternenträumen angelacht.
  Noch lagen sie, in die Gewande
gehüllt, in Abends ernstem Duft,
da weckte sie ein Glanz am Rande,
wo sich berührten Erd und Luft.

   Die Blicke glühn, die Herzen schwellen,
denn, einer Morgenröte gleich,
sehn sie den Osten sich erhellen,
und alle Sterne werden bleich.
   Es steigt, es steigt - es ist die Sonne!
Zu nennen ist ein Stern es nicht,
getrunken hat er aus dem Bronne
des ewgen Lichtes, selbst ein Licht.

    Er sendet lange, goldne Strahlen,
nicht, wie die andern Sterne tun,
die heute matt in ihrem fahlen,
verschwomm'nen, armen Glanze ruhn:
   In ganzen Strömen gießt er nieder
das Licht, das seinem Kern entflammt.
Als schlüg ein Adler sein Gefieder,
so wallt sein Strahl und fliegt und flammt.

   Die Zwölfe sandten Zeichentöne
ins nebeleingehüllte Land,
dieweil der Stern in seiner Schöne,
den Berg verklärend, stille stand.
   Er stand und wich nicht mit dem Dunkel,
er spielte mit dem Morgentau.
Die Sonne kam, es drang sein Funkel
unausgelöscht hinab zur Au.

   Da ward ein Jubel und ein Schrecken,
als man gewahrte Berg und Tal
mit zweier Sonnen Schein sich decken,
und alles glühn im Doppelstrahl.
   Es war, als ob mit Zungen sängen
die Lichter hell einander an.
Es war, als spräch's in tausend Klängen:
Geht, euren König zu empfahn!


3. Romanze



Gustav Schwab, Dichter, geboren am 19.6.1792 in Stuttgart, gestorben
am 14.11.1850; Mitglied des Schwäbischen Dichtervereines;
volkstümliche Lyrik, (Studentenlieder, Balladen, Romanzen);
Nacherzähler klassischer und deutscher Sagen und Volksbücher -
 "Die schönsten Sagen des Klassichen Altertums", (1838-40).
(Lexikon der Büchergilde Gutenberg 1975)


Der Text dieser Legende wurde einem antiquarischen Gedichtband von
1845 entnommen und von mir auf diesen Seiten aufbereitet.





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2. Romanze-Weihnachtsstern