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Die Legende von den heiligen drei Königen.

(In zwölf Romanzen - von Gustav Schwab)





Karin Rohner - Liebe-Lose-Gedichte.de/Krippenbild


3.  Romanze

Wie drei Könige sich aufmachten, dem Sterne zu folgen.



1. Romanze
Wie auf einen Berg im Morgenlande zwölf Sternseher gesetzt wurden.

 2. Romanze
Wie der Stern erschien.
 3. Romanze
Wie drei Könige sich aufmachten, dem Sterne zu folgen.
 4.Romanze
Wie die Könige fuhren.
 5. Romanze
Wie die Könige zusammen kamen.
 6. Romanze
Wie die Könige in Jerusalem einzogen und zu Herodes kamen.
 7. Romanze
Was den Königen auf ihrer Fahrt nach Bethlehem begegnete.
 8. Romanze
Wie die Könige zu Bethlehem das Kind Jesus fanden und es anbeteten.
 9. Romanze
Wie Joseph mit der Jungfrau und dem Kinde floh.
 10. Romanze
Wie Herodes die Kindlein in Bethlehem ermorden ließ.
 11. Romanze
Wie die Könige nach Hause kamen und was weiter geschah.
 12. Romanze
Wie die Könige Abendmahl hielten und starben.

Adventskalender  



 
     Drei Kön'ge machten da sich auf,
(doch keiner wußte von dem andern),
die merkten auf des Sternes Lauf
und huben an, mit ihm zu wandern.  
   Schon lange harrten sie des Herrn,
den des Propheten Wort verkündet:
Der Sehnsucht Funken hat der Stern
zur lichten Flamme jetzt entzündet.

   Ein jeder nun bereitet sich
in den drei fern geschiednen Landen
mit Opfern, Gaben, königlich,
Zieraten, köstlichen Gewanden.
   Und Männer und Kamele drückt
die Last der aufgeladnen Güter.
Manch gutes Saumroß geht gebückt
und nebenher die Schar der Hüter.

   Und jeder, neben andrem Gut,
nimmt seines Landes eigne Gaben:
Des Golds und der Gesteine Glut
sucht aus der König der Araben.
   Der Herr von Saba drückt den Saft
des edlen Weihrauchs aus dem Baume.
Dem dunklen Myrrhenkraut entrafft
der Tharserfürst von seinem Flaume.

   Was zu des Lebens Notdurft frommt,
lädt jeder auf zur langen Reise:
"Von Jakobs fernem Volke kommt
der Herr der Herren!" sprach der Weise.
   Dorthin zieht sie das Sterngebild,
doch weiß es keiner von dem andern:
Einöde voll Gewürm und Wild
trennt ihre Pfade, die sie wandern.

   Sie rüsten große Heeresmacht,
den Neugebornen zu empfangen.
Sie sehn im Geiste schon die Pracht
der königlichen Hofburg prangen.
   Sie baun im Geiste den Palast,
das Zederntor, die Marmorstiege,
und drinnen schläft in Duft unf Glast
der Königssohn in goldner Wiege.
 
   Denn solch und größ're Herrlichkeit
verspricht der Stern, der golden leuchtet,
und all das funkelnde Geleit
mit seines Lichtes Tau befeuchtet.
   Wo solche Strahlen mild und klar
sich auf die dunklen Wege streuen -
Ja, müßten ziehen sie ein Jahr,
es will sie dennoch nicht gereuen.

4. Romanze



Gustav Schwab, Dichter, geboren am 19.6.1792 in Stuttgart, gestorben
am 14.11.1850; Mitglied des Schwäbischen Dichtervereines;
volkstümliche Lyrik, (Studentenlieder, Balladen, Romanzen);
Nacherzähler klassischer und deutscher Sagen und Volksbücher -
 "Die schönsten Sagen des Klassichen Altertums", (1838-40).
(Lexikon der Büchergilde Gutenberg 1975)


Der Text dieser Legende wurde einem antiquarischen Gedichtband von
1845 entnommen und von mir auf diesen Seiten aufbereitet.




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Legende von den heiligen drei Königen

3. Romanze-Morgenland