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Die Legende von den heiligen drei Königen.

(In zwölf Romanzen - von Gustav Schwab)





Karin Rohner - Liebe-Lose-Gedichte.de/Maria und der Erzengel Gabriel


9.  Romanze

Wie Joseph mit der Jungfrau und dem Kinde floh.



1. Romanze
Wie auf einen Berg im Morgenlande zwölf Sternseher gesetzt wurden.

 2. Romanze
Wie der Stern erschien.
 3. Romanze
Wie drei Könige sich aufmachten, dem Sterne zu folgen.
 4.Romanze
Wie die Könige fuhren.
 5. Romanze
Wie die Könige zusammen kamen.
 6. Romanze
Wie die Könige in Jerusalem einzogen und zu Herodes kamen.
 7. Romanze
Was den Königen auf ihrer Fahrt nach Bethlehem begegnete.
 8. Romanze
Wie die Könige zu Bethlehem das Kind Jesus fanden und es anbeteten.
 9. Romanze
Wie Joseph mit der Jungfrau und dem Kinde floh.
 10. Romanze
Wie Herodes die Kindlein in Bethlehem ermorden ließ.
 11. Romanze
Wie die Könige nach Hause kamen und was weiter geschah.
 12. Romanze
Wie die Könige Abendmahl hielten und starben.

Adventskalender  



   Es ging der Kön'ge Zug hinaus,
und manche Nacht kam ohne Stern,
und öde wars im dunkeln Haus:
Da trat der Engel ein des Herrn.
   sein Auge, schauend in der Nacht,
ruht auf der Jungfrau, auf dem Sohn,
den selig schlummernden, und sacht
berührt des Vaters Ohr sein Ton:

   "Fleuch nach Ägypten, Mann, geschwind!
Harr' aus, bis ich dich rufe dort.
Herodes Mordstahl sucht das Kind:
Mit ihm und mit der Mutter fort!"
   In Josephs Traume spiegelt sich
des Boten selige Gestalt.
Der Schlaf entfloh, der Engel wich,
aufsteht er mit Marien bald.

   Das Eslein aus dem Stall er führt,
er löst es mit dem Opfergold,
und sorgsam dann, wie sichs gebührt,
hebt er hinauf die Jungfrau hold.
   Das Knäblein schläft an ihrer Brust.
Er wandelt, an dem Zaum die Hand,
und mit der Morgensonne Lust
sind sie schon weit im offnen Land.

   Der Inderschätze reiches Gut,
es hat sich wunderlich geschmiegt,
In einem Bündelein es ruht,
das auf des Tieres Rücken liegt.
   Und leicht und fröhlich geht die Fahrt,
und überall auf ihrer Spur
die Menschen werden bessrer Art -
Und freundlicher wird die Natur.

   Die Lüfte bleiben warm und rein,
der Berg wird eben ihrem Schritt,
und in den öden Wüstenein
entsprossen Rosen ihrem Tritt.
   Und stehen wo im Heidenland
die Götzenbilder riesig, stumm:
Wo nur ihr Pfad sich hingewandt,
da wanken sie und stürzen um.

   Und nach der zwölften Tagfahrt schon
trinkt aus Ägyptens heißem Sand
und beut den kühlen Blumenthron
ein selig blühend Inselland.
   Dort ist der Himmel ewig hell,
dort atmen sie des Balsams Duft.
Dort ruhen sie am schattgen Quell
und harren, bis der Engel ruft.



10. Romanze>>
   



Gustav Schwab, Dichter, geboren am 19.6.1792 in Stuttgart, gestorben
am 14.11.1850; Mitglied des Schwäbischen Dichtervereines;
volkstümliche Lyrik, (Studentenlieder, Balladen, Romanzen);
Nacherzähler klassischer und deutscher Sagen und Volksbücher -
 "Die schönsten Sagen des Klassichen Altertums", (1838-40).
(Lexikon der Büchergilde Gutenberg 1975)


Der Text dieser Legende wurde einem antiquarischen Gedichtband von
1845 entnommen und von mir auf diesen Seiten aufbereitet.





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9. Romanze-Jungfrau Maria