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Die Legende von den heiligen drei Königen.

(In zwölf Romanzen - von Gustav Schwab)





Karin Rohner - Liebe-Lose-Gedichte.de/Stern


7.  Romanze

 Was den Königen auf ihrer Fahrt nach Bethlehem begegnet.

 


1. Romanze
Wie auf einen Berg im Morgenlande zwölf Sternseher gesetzt wurden.

 2. Romanze
Wie der Stern erschien.
 3. Romanze
Wie drei Könige sich aufmachten, dem Sterne zu folgen.
 4.Romanze
Wie die Könige fuhren.
 5. Romanze
Wie die Könige zusammen kamen.
 6. Romanze
Wie die Könige in Jerusalem einzogen und zu Herodes kamen.
 7. Romanze
Was den Königen auf ihrer Fahrt nach Bethlehem begegnete.
 8. Romanze
Wie die Könige zu Bethlehem das Kind Jesus fanden und es anbeteten.
 9. Romanze
Wie Joseph mit der Jungfrau und dem Kinde floh.
 10. Romanze
Wie Herodes die Kindlein in Bethlehem ermorden ließ.
 11. Romanze
Wie die Könige nach Hause kamen und was weiter geschah.
 12. Romanze
Wie die Könige Abendmahl hielten und starben.

Adventskalender  



   Wie lieblich grünend stehn die Auen,
durch die der Pfad nach Bethlehem führt!
Wie vollbelaubte Hügel schauen
ins Tal, das keinen Winter spürt.
   Es weiß nichts von des Hagels Schlägen
und bleibt im Sommer unversengt,
es wird zur Zeit des kalten Regen
mit warmem Frühlingsguß besprengt.

   Durch solches geht die Winterreise
der Könige mit Lenzesmut.
Die Sonne sinkt, da gießt sich leise
durchs grüne Feld Smaragdenglut.
   Die Berge sind vom Golde trunken,
der Bäche Silber leuchtet fern -
wohl ist die Sonne längst versunken,
doch über ihnen steht der Stern.

    Heut wandelt er mit ihren Tritten,
er geht so fest, so rasch voran.
Ja, seine Strahlen gleichen Schritten
und lassen Spuren ihrer Bahn.
   Wie wenn ein lichter Regenbogen
durchs Tal, nicht durch die Wolken geht,
so haben sie den Pfad gezogen
und eine Furche Golds gesät.

   Dort liegt an eines Hügels Saume
gelagert eine Hirtenschar.
Erweckt aus ihrem ersten Traume
hat sie der Stern so wandelbar.
   Er deckt mit weißen, weichen Lichtern
der Schafe schlummernd Häufchen ganz,
und auf den frommen Angesichtern
der Hirten spiegelt sich sein Glanz.

   Da kommt der Fürsten Heer gezogen,
die Hirten richten sich empor.
Auf flüchtgem Roß vorbeigeflogen
sprengt an der Tharsis-Fürst, der Mohr:
   "Erzittert nicht, ihr Hirtenleute!
Wir sind kein feindlich Kriegesheer.
Wir fallen nicht auf euch nach Beute,
wir werfen nicht nach euch den Speer!"

   Ihm tritt ein ernster Greis entgegen,
neigt sich und spricht: "Gewaltge Herrn!
Es ist ein Wunder allerwegen -
hier solches Heer und dort der Stern!
   Doch schreckt uns nicht, was wir gewahren,
und blendet dieser Glanz uns nicht.
Denn wißt, wir sahn des Himmels Scharen
und schauten mehr als Sternenlicht.

   Wir lagen still bei unsrer Herde,
dreizehnmal ward seitdem es Nacht.
Da goß sich Klarheit auf die Erde,
da wallt ein Glanz um uns mit Macht.
   Da hatt im Kleid, aus Licht gewoben,
ein Jüngling sich herabgesenkt,
ein Hirte, däucht es uns, der droben
des Himmels goldne Schale tränkt.

   Er sprach: "Getrost! Ich bin Verkünder
des Heils, das heut euch widerfährt:
Euch ist der Heiland aller Sünder,
der Christ, in Davids Stadt beschert.
   Bewahrt das Wort von meinen Lippen,
sucht, bis das Zeichen sich erfüllt:
Ihr findet dort in einer Krippen
ein Kind, in Windeln eingehüllt!

   Er sprachs und alsbald war die Menge
der Himmelsscharen um ihn her.
Da rauschten selige Gesänge,
da wogt um uns des Lichtes Meer.
   Wir aber gingen anzubeten,
wir kennen unsern König jetzt:
Seit hat von Erdenlust und Nöten
uns nicht erfreut, uns nichts entsetzt."

   Nun wurden Könige und Hirten
in freudigen Gesprächen eins.
Und beider Herden treulich irrten
vermengt im Glanz des Sternenscheins.
   Da war nicht Jude mehr und Heide,
sie waren beid ein Volk des Herrn,
zu einem Reich berufen beide,
vom Engel die, und die vom Stern.


8. Romanze




Gustav Schwab, Dichter, geboren am 19.6.1792 in Stuttgart, gestorben
am 14.11.1850; Mitglied des Schwäbischen Dichtervereines;
volkstümliche Lyrik, (Studentenlieder, Balladen, Romanzen);
Nacherzähler klassischer und deutscher Sagen und Volksbücher -
 "Die schönsten Sagen des Klassichen Altertums", (1838-40).
(Lexikon der Büchergilde Gutenberg 1975)


Der Text dieser Legende wurde einem antiquarischen Gedichtband von
1845 entnommen und von mir auf diesen Seiten aufbereitet





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7. Romanze-Bethlehem