Liebe-Lose-Gedichte.de



Die Legende von den heiligen drei Königen.

(In zwölf Romanzen - von Gustav Schwab)





Karin Rohner - Liebe-Lose-Gedichte.de/Maria und der Erzengel Gabriel


12.  Romanze

Wie die Könige Abendmahl hielten, und starben.



1. Romanze
Wie auf einen Berg im Morgenlande zwölf Sternseher gesetzt wurden.

 2. Romanze
Wie der Stern erschien.
 3. Romanze
Wie drei Könige sich aufmachten, dem Sterne zu folgen.
 4.Romanze
Wie die Könige fuhren.
 5. Romanze
Wie die Könige zusammen kamen.
 6. Romanze
Wie die Könige in Jerusalem einzogen und zu Herodes kamen.
 7. Romanze
Was den Königen auf ihrer Fahrt nach Bethlehem begegnete.
 8. Romanze
Wie die Könige zu Bethlehem das Kind Jesus fanden und es anbeteten.
 9. Romanze
Wie Joseph mit der Jungfrau und dem Kinde floh.
 10. Romanze
Wie Herodes die Kindlein in Bethlehem ermorden ließ.
 11. Romanze
Wie die Könige nach Hause kamen und was weiter geschah.
 12. Romanze
Wie die Könige Abendmahl hielten und starben.

Adventskalender  



   Vom Geiste waren sie erfüllet,
getauft mit seines Feuers Glut.
Vom priesterlichen Kleid umhüllet,
hoch hielten sie des Mittlers Blut
   in einer goldnen Opferschale,
und hoch des Mittlers Leib empor,
und riefen zu dem Abendmahle
die Brüder in des Tempels Chor.

   Hier teilen sie die hohen Gaben
mit milden Händen selig aus,
wie sie einst froh geopfert haben
in dem zerfallnen Tempelhaus.
   Jetzt kommt das Opfer von dem Kinde,
das überschwängliche, herab,
das Opfer, das vertilgt die Sünde,
und das den Stachel nimmt dem Grab.

   Als wunderbar mit Trank und Speise
sie darauf Alle rings erfreut,
da nahte sich der Greis dem Greise;
das Mahl dem andern jeder beut.
   Wie ward ihr welkes Haupt erhoben,
wie ward ihr müdes Herz erquickt!
Und auf ihr Antlitz ward von oben
ein lichter Strahl herabgeschickt.

   Und feurig brennt es durch die Scheiben,
das Haus füllt sich mit weicher Glut.
Die Steine wollen Rosen treiben,
die Wände färben sich, wie Blut.
   Der Kö'nge Purpur steht in Flammen,
im Jugendschein ihr Angesicht. -
Woher strömt so viel Licht zusammen?
Der Stern ists, der durch Wolken bricht!

   Da hebt der Greise Blick sich trunken,
und senkt sich wieder sänftiglich,
da ist ihr altes Haupt gesunken,
als neiget' es zum Schlafe sich.
   Da weichen Knie und alle Glieder
des süßen, ewgen Schlummers Drang:
Da legt ihr Geist die Hülle nieder,
der sich hinauf zum Sterne schwang.

   Es lächelt nieder auf die Leichen
sein Lebenslicht der Stern noch lang.
Der Bote winkt mit stillem Zeichen,
da hebet sich ein Grabgesang.
   Den Erstlingen der Heiden schallet
der Brüder schmerzlich süßer Ton.
Und in die Erdenklage hallet
der Engel Lob vor Gottes Thron.

Gustav Schwab.
 
 
  Der Text dieser Legende stammt aus einem antiquarischen Gedichtband von 1845 und wurde von mir auf dieser Seite aufbereitet.

 
12. Romanze>>
 




Gustav Schwab, Dichter, geboren am 19.6.1792 in Stuttgart, gestorben
am 14.11.1850; Mitglied des Schwäbischen Dichtervereines;
volkstümliche Lyrik, (Studentenlieder, Balladen, Romanzen);
Nacherzähler klassischer und deutscher Sagen und Volksbücher -
 "Die schönsten Sagen des Klassichen Altertums", (1838-40).
(Lexikon der Büchergilde Gutenberg 1975)


Der Text dieser Legende wurde einem antiquarischen Gedichtband von
1845 entnommen und von mir auf diesen Seiten aufbereitet.





Reime und Reimlyrik Top1000


Copyright © 2006 by
Karin Rohner
Impressum
der Seite
Liebe-Lose-Gedichte.de
Legende von den heiligen drei Königen

10. Romanze-Abendmahl