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Liebe-Lose-Gedichte
Foto-Reisen - Bad
Elster im Vogtland
1. Zu Hause, 2. Dahn / Pfälzer
Wald,
3.
Bad Elster / Vogtland,
4. Templin,
5. Bad Waldsee, 6. Bodensee,
7. Bad Wildungen, 8. Stuttgart,
9. Rosenheim / Oberbayern
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Sommer 1992 - Wicker-Klinik Bad Wildungen
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Bad
Wildungen
In den Jahren 1989 bzw. 1992 verbrachte ich
jeweils sechs Wochen zur Kur
in der Wickerklinik in Bad Wildungen.
Diese Zeit wird mir immer in Erinnerung bleiben, weil sie
sehr anstrengend,
aber auch sehr schön und anregend war. Ich lernte
dort verschiedenartige
Menschen kennen, die mir halfen, meine eigene
"innere Verschiedenheit" zu
zu erkennen und zu akzeptieren.
In der Klinik hielt ich eine Autorenlesung, die gut besucht wurde
und mir
interessante Feed-backs einbrachte.
Außer Gedichten schrieb ich ein paar Zeilen
über einen Morgen im Kurpark
von Bad Wildungen, die es hier bald zu lesen gibt...
Karin Rohner 2007
Ein Morgen
im Kurpark von Bad Wildungen
Noch zeigt das Thermometer am Klinik-Eingang 14 Grad. Doch sie haben
uns wieder einen heißen Tag versprochen. Wie an allen Tagen
der drei Wochen, die ich inzwischen hier weile.
Es sit 8.30 Uhr. Die Jalousien am Postamt sind noch geschlossen.
Ich gehe der Sonne netgegen und mache Halt bei der urverwaltung. Hier
lese ich, dass schon seit 7.30 Uhr geöffnet ist. Ich gehe
hinein und drehe eine Ehrenrunde in der Kurhalle und finde mich im Nu
draußen wieder.
Am Fürstenhof ist ein Mann damit beschäftigt, die
Blumenkübel mit einem Wasserschlauch zu wässern.
Ich wähle die Treppe hinter dem Staatsbad in Richtung Kurpark
und lande auf einem schmalen Weg, an dessen Seiten zwei Männer
die niedrigen Hecken schneiden. Im Zickzackkurs nach unten - gelange
ich zum Kurparkteich. Die vier Schwäne erkennen mich schon von
Weitem als potentiellen "Fütterer".
Eine Scheibe trockenen Rosinenbrots habe ich dabei und versuche nun,
die Brocken gerecht zwischen vier Schwänen und einem guten
Dutzend Enten aufzuteilen. Ein vergebliches Unterfangen. Ein Schwan
zupft mich herausfordernd am Ärmel, die anderen umkreisen mich
mit aufgestellten Flügeln. Ich zeige ihnen meine leeren
Handflächen und räume das Feld.
Der Stamm der alten Birke leuchtet schneeweiß, obgleich noch
kein Sonnenstrahl zu ihm durchdringt. Nur auf den Blättern der
Birke tanzt das Licht im Takt des Morgenwindes. Alle Bäume im
Umkreis spielen mit, zeigen Farbe, von lindgrün bis
dunkelgrün.
Ich bedaure, meinen Aquarellkasten nicht dabei zu haben. Vielleicht
wäre es mir heute gelungen, die ganze Palette der
Grüntöne einzufangen.
Die Bank mit dem Sonnendach darüber steht noch im Schatten.
Eingebettet in das grün des rasens und der hophen
Bäume, wirkt sie wie ein Postkartenmotiv.
Ich nehme Platz - doch das braun lackierte Holz fühlt
sich eiskalt an, sodass ich mich gleich wieder
erhebe, und den knirschenden Kiesweg weiter verfolge. Das Gras
wurde frisch gemäht und liegt in schmalen, verklumpten Bahnen
auf dem Rasen. Es duftet hier nach Kräutern, Erde und Sommer.
Eine Singdrossel hüpft über die Rasenfläche.
Von links kreuzt eine Bachstelze meinen Weg. Bei ihrem
Anblick fällt mir ein, dass sie im Englischen
"wag-tail", Wackelschwanz heißt.
Auch der dreiste kleine Buchfink ist schon wieder da. Er trippelt um
mich herum und ich gucke in meiner Tüte nach, ob sich
noch ein paar Krümel von dem Rosinenbnrot drin befinden. Doch
ich habe sie bei den Schwänen geleert. Dann also bis morgen,
kleiner Fink!
An diesem Morgen gehe ich nicht weiter hinein in den Park. Ich bin so
erfüllt von all den morgendlichen Eindrücken, diesem
Spiel zwischen Licht und Schatten, dass ich einfach umkehren
muss.
Auf dem Rückweg suche ich die wenigen sonnigen Flecken auf dem
dunklen Asphalt.
Karin Rohner 1992
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