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Liebe-Lose-Gedichte -
Zwischen Griechenland
und Internet
Kleine
Einführung in die Dichtkunst -
mit Textbeispielen klassischer Dichter
III. Der neuere
Jambus
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Was
uns bleibt
(aus dem Laienbrevier von Leopold Schefer)
An alles leget die Natur die leise,
doch unabwendbar starke Hand; sie legt sie
an eines Kindes liebliches Gebild,
wie an die Rosenknospe, und sie schafft
sie beide voll und reif zu Mann und Rose,
so daß du Kind und Knospe nicht mehr kennst!
Sie legt sie an die Nacht und Sonne,
und pflückt sie wie ein Tausendschön am Himmel;
sie legt sie an den Frühling, an den Herbst,
an jedes Jahr, an alles, was den Menschen
von früher Kindheit umgab und mit ihm ward.
Sie legt sie an den Greis und an sein Silberhaar,
sie legt sie an die Toten noch im Erdschoß,
und macht ihr moderndes Gebein zu Staub. --
Mehr kann man nicht erfahren von dem Ärgsten!
An eines aber legt Natur die Hand nicht:
Sie legt sie nicht an unsers Herzens Neigung!
Sie legt sie nicht an unsres Geistes Güter,
an Freiheit, Liebe, Wahrheit und sein Schönes.
An diese legt sie nur der freche Mensch
dem Menschen, daß er ihm die Welt verderbe.
Und löse Natur und Helles auf in Hellers,
und schafft sie für ein Schönes und noch
Schöners.
Wir können unsre Neigung treu bewahren
selbst für die Puppe, die aus unsrer Kindheit
uns ansieht, wie mit über uns Erwachsne
erstaunten großen Augen! Wie viel mehr
bleibt uns die Liebe! Liebe für die Freiheit,
das Wahre, Schöne, das wir je erblickt! --
Mehr kann man nicht verlangen von dem Besten!
Das ist die große Lehre für den Menschen.
(Wackernagel, Gedichte, 1845)
Donna Alda
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