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Liebe-Lose-Gedichte -
Zwischen Griechenland
und Internet
Kleine
Einführung in die Dichtkunst -
mit Textbeispielen klassischer Dichter
VI.
Asiatische Formen - Persisch - Das Ghasel
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Heimweh
Gott geleite die armen traurigen Kranken heim!
Gott geleite die müden irren Gedanken heim!
Gott verleihe dir einen Stab der Geduld, mein Herz,
müder Wanderer! um am Stabe zu wanken heim.
Gott verleihe dir einen gnädigen Hauch, mein Schiff!
aus den Wogen des Unbestandes zu schwanken heim.
Alle Triebe, dem dunklen Schoße, der Erde entblüht,
aufwärts ringen sie, sich zum Lichte zu ranken heim.
Alle duftigen Blütenstäubchen der
Frühlingsluft,
rastlos sprühen sie, bis zum Staube sie sanken heim.
Also sehnet Hafisens Seele sich himmelwärts,
und sein Irdisches zu den irdischen Schranken heim.
Friedrich Rückert (1788-1866)
Das Ghasel
Es wandte meine Kunst sich zum Ghasele,
Damit sie allen Formen sich vermähle.
Ergötzlich ist solch bunte Reimerei,
Ob auch des Lebens markiger Kern ihr fehle;
Die Wandrung selbst bereichert schon den Geist,
Ob er auch nirgends plündre oder stehle.
Hier lernt, wie tönender Musik zulieb
Die Sprache sich in mancher Krümmung quäle
Und, von des Gleichklangs strenger Schrift beherrscht,
Seltsame Bilder halb gezwungen wähle.
Des Künstlers Kunst und Fassung leihet oft
Den Wert dem minder kostbaren Juwele.
Euch fleh ich an, o Richter, richtet mild,
Weil ich ja selbst die Schwächen nicht verhehle,
Und unter dieses bunten Turbans Schmuck
Verkennet nicht die echte Christenseele.
Friedrich Rückert (1788-1866)
(Wackernagel, Gedichte, 1845)
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Siebente Makame
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