Liebe-Lose-Gedichte.de


   
  Liebe-Lose-Gedichte
 
 Festtage
 Geburtstagsgedichte
 Hochzeitssprüche
 Adventskalender
 Heilige-drei-Könige
 Mozartjahr
Jahreszeiten
 Frühlingsmosaik
 Mailieder
 Sommerzauber
 Herbstgeflüster
 Stille Gedichte
 Wintermärchen
 Klassische Literatur
 Formen-Einführung
 I.  Altgriechische Formen
 II.  Italienische Formen
III.  Der neuere Jambus 
 IV: Spanische Formen
 V.  Die Serbischen Trochäen
 VI.  Asiatische Formen
 VII. Alliteration
 VIII.  Die altdeutschen Reimpaare
IX.  Die Nibelungenstrophe 
X.  Deutsche Lieder 
XI.  Emanuel Geibel 
 Service
 Kreativseiten
 Impressum


 
Liebe-Lose-Gedichte 
-  
Zwischen Griechenland und Internet
Kleine Einführung in die Dichtkunst - mit Textbeispielen klassischer Dichter

IIX. Die Altdeutschen Reimpaare I

Der Erlkönig

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? -
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? -
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. -

"Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand."

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? -
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. -

"Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein."

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? -
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. -

"Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt."
Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! -

Dem Vater grausets, er reitet geschwind,
Er hält in Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.

Johann Wolfgang von Goethe

(Wackernagel, Gedichte, 1845)
 

Eulenspiegel  von Schlegel



1. Der Erlkönig - 2. Eulenspiegels guter Rat - 3. Legende
4. Der Reiter und der Bodensee - 5. Siegfrieds Schwert - 6. Die Sonne bringt es an den Tag


Copyright © 2006 by
Karin Rohner
Liebe-Lose-Gedichte.de

Geburtstag, Hochzeit, Liebe Gedichte,
 Liebevoll und lose Gereimtes, sowie ein Poetischer Rundgang durch die
Dichtkunst von Karin Rohner und Freunden

Altdeutsche Reimpaare - Erlkönig

Reime und Reimlyrik Top1000